Knochenaufbau

Kieferknochenaufbau für Zahnimplantate

Knochenaufbau- oder auch sogenannte Augmentationsverfahren dienen dazu, den Kieferknochen an Stellen mit zu geringer Breite, Höhe oder Dichte durch Knochenersatzmaterial oder eigenen Knochen aufzubauen.

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Das eingefügte künstliche Knochenersatzmaterial wird mit der Zeit resorbiert und durch natürlich darin einwachsenden Knochen ersetzt. Körpereigenes, zum Beispiel aus Kiefer oder Beckenkamm entnommenes Knochenmaterial, wächst nach einer Einheilphase fest im Kiefer ein. Dadurch ist es unter anderem möglich, den stabilen Halt von Implantaten zu gewährleisten.

Ein Knochenaufbau kann aber auch zum Ausgleich von Knochendefekten bei einer fortgeschrittenen Parodontitis oder nach der Entfernung von Zysten oder Wurzelspitzen dienen.

Knochenaufbau des Kiefers für festen Halt von Zahnimplantaten

Anschließend schaut der Arzt in den Patientenmund und erhebt einen Befund. Hier werden Zähne, Zahnfleisch, die restliche Mundschleimhaut, Kaumuskeln und Kiefergelenke auf Zustand und Funktion hin geprüft. Mit Hilfe eines kleinen Spiegels und einer Sonde können alle Mundbereiche eingesehen und abgetastet werden. Dabei lassen sich beispielsweise harmlose Beläge oder Verfärbungen von beginnender Karies unterscheiden und die weitere Ausbreitung der Karies kann frühzeitig verhindert werden. Deshalb ist auch eine halbjährliche Vorsorgeuntersuchung unbedingt einzuhalten. Auch eine erste Einschätzung zu den Knochenverhältnissen und die Möglichkeit einer eventuellen Zahnimplantation kann hier vorgenommen werden.

Der Gebisszustand wird auch als Zahnstatus bezeichnet und vom Arzt genau dokumentiert. Hier werden fehlende Zähne, ersetzte Zähne, Kariesbefall, Füllungen, Zahnersatz (Kronen, Implantate, etc.), Zahnfleischerkrankungen sowie Fehlstellungen der Zähne und sonstige Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich erfasst und in schriftlicher Form festgehalten. Auch die sogenannte Sensibilitäts- oder Vitalitätsprüfung wird in diesem Rahmen durchgeführt. Hier wird mit Hilfe eines gekühlten Wattestäbchens die Empfindlichkeit jedes einzelnen Zahnes geprüft, sodass wurzelgeschädigte Zähne frühzeitig ohne großen Aufwand erkannt werden können.

Wann ist Knochenaufbau erforderlich?

Idealerweise wächst der Kieferknochen in der Einheilungsphase dicht an das Zahnimplantat heran und sichert damit dessen stabilen Halt. Dieser Prozess wird auch als Osseointegration bezeichnet. Auf diese Weise ist es möglich, Zahnersatz in Form von Kronen, Brücken oder auch Prothesen sicher und langlebig auf dem Zahnimplantat zu befestigen. Ist jedoch mangels Masse oder nicht ausreichender Qualität die Implantation nicht möglich, muss ein Knochenaufbau durchgeführt werden.

Zahnimplantate trotz Knochenschwund

Hauptvoraussetzung für das Einfügen eines Zahnimplantates ist ein ausreichend hoher, breiter und dichter Kieferknochen. Die künstliche Wurzel (das eigentliche Implantat) wird in Länge und Durchmesser genau darauf abgestimmt. Diese Voraussetzungen sind jedoch nicht immer gegeben. So kann sich der Kieferknochen beispielsweise durch eine bereits seit Längerem bestehende Zahnlücke zurückgebildet haben.

Durch stetigen Fortschritt und die intensive Forschung in der dentalen Implantologie wurden jedoch verschiedene Knochenaufbau-Methoden (sogenannte Augmentationsverfahren) entwickelt, um Knochendefizite ausgleichen zu können. So können heute auch Patienten mit weit fortgeschrittenem Kieferabbau durch einen Knochenaufbau langfristig sicher mit neuen Zähnen versorgt werden.

Was bedeutet Knochenaufbau des Kiefers?

Unter Knochenaufbau für neue Zähne versteht man in der Implantologie verschiedene chirurgische Methoden, die es ermöglichen, fehlende Knochensubstanz zu ersetzen. Dazu werden an der gewünschten Stelle körpereigenes Knochenmaterial oder auch gut verträgliches synthetisches Knochenersatzmaterial eingebracht.

Das Ziel: der Kieferknochen soll in seiner Breite, Dichte oder Länge soweit wieder hergestellt werden, dass ein Zahnimplantat ausreichend Stabilität erhält. Das Zahnimplantat kann nach einer Einheilphase eingefügt werden – in manchen Fällen sogar gleichzeitig mit dem Knochenaufbau des Kiefers.

Welche Materialien werden beim Knochenaufbau verwendet?

Man unterscheidet zwischen:

  • körpereigenem (autologem)
  • aus tierischem oder pflanzlichem Gewebe gewonnenem (xenogenem) und
  • synthetisch hergestelltem (alloplastischem) Knochenersatzmaterial.

Welche Knochenaufbau-Methoden werden angewendet?

Die Wahl der geeigneten Behandlungsmethode für den Knochenaufbau des Kiefers hängt vor allem von der Art des Knochendefizits ab. So kann der Kieferknochen zu schmal oder zu niedrig sein. Außerdem kommt es darauf an, an welcher Stelle im Mund (Oberkiefer, Unterkiefer, Front- oder Seitenzahnbereich) der Mangel an Knochenmasse festgestellt wurde.

Zahnimplantate dank Knochenaufbau – die unterschiedlichen Möglichkeiten

Sinuslift für einen höheren Kieferknochen im seitlichen Oberkiefer

Im Seitenzahnbereich des Oberkiefers ist für das Setzen eines Zahnimplantates die Knochenhöhe und somit der Abstand zur darüber liegenden Kieferhöhle oft zu gering.

Die Folge wäre: Beim Einfügen des Zahnimplantates käme es zum Durchbruch in die Kieferhöhle.

Beim Sinuslift (auch Sinusbodenlift bzw. Anhebung der Kieferhöhlenschleimhaut) wird die Membran, die die Kieferhöhle auskleidet, angehoben und der entstehende kleine Hohlraum zwischen dieser Membran und dem Kieferknochen mit dem gewünschten Knochenersatzmaterial ausgefüllt.

Bei sehr geringer `Restknochenhöhe´ sollte das Knochenersatzmaterial unbedingt mit dem ausreichenden Volumen von körpereigenem Knochenmaterial versetzt werden.

Sinuslift (extern)

Bone-Spreading (auch Bone-Splitting) – für die Kieferknochenverbreiterung

Nach anhaltender Zahnlosigkeit hat sich der Kieferknochen häufig zurückgebildet, sodass er nicht breit genug ist, um ein Zahnimplantat aufzunehmen. Doch auch Patienten mit einem sehr schmalen Oberkieferknochen, in dem sich ein Implantat normalerweise nicht sicher verankern ließe, müssen nicht auf Zahnimplantate verzichten.

Die erprobte Methode des sogenannten Bone-Spreadings („Knochenspreizen“) bzw. Bone-Splittings („Knochenspalten“) erlaubt es, den Kieferkamm zu verbreitern.

Knochenaufbau (Bone-Splitting)

Beim Bonespreading präpariert der Behandler den Kieferkamm mit Hilfe von Bohrern, sodass die beiden Knochenpartien nach außen gedehnt werden. Dies ist möglich, weil der Oberkieferknochen eine relativ weiche Konsistenz besitzt. Das Bonesplitting sieht die mittige Spaltung des Kieferkamms in Längsrichtung vor.

Der Zwischenraum wird mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Ist diese Substanz nach einigen Monaten mit dem Kieferknochen zusammengewachsen, ergibt sich eine ausreichende, solide Basis für die Aufnahme eines Zahnimplantats.

Diese Anwendung ist Standard im seitlichen Oberkieferbereich. In vielen Fällen erfolgt sie in Verbindung mit einem Sinuslift (Anhebung des Kieferhöhlenbodens).

Unter Umständen ist es möglich, das Implantat bereits direkt nach dem Bonesplitting einzusetzen.

Der Unterkieferknochen ist für ein Bonespreading / Bonesplitting wegen seiner härteren, weniger elastischen Struktur allerdings nicht geeignet.

Knochenaufbau (Bone-Spreading)

Auflagerungsosteoplastik mittels Eigenknochen (Kieferkamm-Augmentation)

Selbst bei größeren Knochensubstanz-Verlusten im Kiefer ist eine spätere Zahnimplantation möglich, denn mit körpereigenem Knochenmaterial lassen sich diese Verluste ausgleichen. Dieser Knochenaufbau (Augmentation) kann mangelnde Breite, Höhe oder Dichte des Knochenangebots kompensieren. Körpereigenes Material wird als autologes Knochentransplantat bezeichnet. Bei kleineren Knochendefiziten wird in der Regel künstlicher Knochenersatz (alloplastisches Knochenersatzmaterial) eingesetzt.

Das körpereigene Transplantat kann entweder an anderer Stelle aus dem Kieferknochen entnommen werden (dafür eignen sich unter anderem hintere Sektoren von Ober- und Unterkiefer oder die Kinnregion), oder es empfiehlt sich die Entnahme aus dem Beckenkamm des Patienten.

Das eingefügte künstliche Knochenersatzmaterial wird mit der Zeit resorbiert und durch natürlich darin einwachsenden Knochen ersetzt. Körpereigenes Knochenmaterial wächst nach einer Einheilphase fest im Kiefer ein.

Die Wiederherstellung des früheren Knochenvolumens im Rahmen eines plastisch-operativen Eingriffs ist bestens erprobter Standard in der modernen Implantologie. Insbesondere bei älteren Patienten sind oft aufwändige und komplexe Knochenaufbau-Maßnahmen erforderlich. Sie bilden die Voraussetzung zur sicheren Verankerung eines Implantats im Kieferknochen.

Darüber hinaus kann ein Knochenaufbau auch zum Ausgleich von Knochendefekten bei einer fortgeschrittenen Parodontitis oder nach der Entfernung von Zysten oder Wurzelspitzen dienen.

Autologer Knochenaufbau Kieferkammaugmentation

Distraktionsosteogenese – für die Kieferknochenerhöhung

Dieses Verfahren stammt ursprünglich aus der Orthopädie. Dort dient es dazu, etwa zu kurze Unterschenkelknochen nach und nach zu verlängern, indem sie auseinandergezogen werden.

Der Organismus reagiert dabei wie nach einem Knochenbruch: In den Zwischenräumen bildet sich durch die sogenannte sekundäre Knochenbildung neue Knochensubstanz. Die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie hat das Prinzip für den Ausgleich einer zu geringen Knochenhöhe im Kiefer übernommen.

Nach der operativen Durchtrennung des Knochens fixiert der Behandler die beiden Bruchstücke mit einer speziellen Dehnschraube (Distraktor), die durch kontrollierte Spreizung die stetige Bildung neuen Knochengewebes (Kallus) anregt. Das Wachstum beträgt einen Millimeter oder mehr pro Tag, entsprechend wird der Distraktionsspalt angepasst. Der neue entstandene Knochen füllt ihn kontinuierlich aus. Ist die erforderliche Höhe des Kieferknochen erreicht und der Knochen ausgehärtet, kann das Zahnimplantat gesetzt werden.

Knochenaufbau (Distraktionsosteogenese)

Zwischen Einsetzten des Distraktors und Entfernen bzw. Festigung der Knochenstruktur vergehen in der Regel zwölf Wochen. Die Zahnimplantation kann meistens weitere zwei Wochen später erfolgen.

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