Nachsorge bei der Implantatbehandlung

Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Müller-Hotop, M.Sc.
Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Müller-Hotop, M.Sc.
Veröffentlicht: 10.03.2021
Aktualisiert: 13.01.2026
Lesezeit: 22 Min.

Ein richtig gesetztes und solide eingeheiltes Zahnimplantat kann jahrzehntelang ohne Probleme funktionieren. Damit das der Fall ist, muss der Patient selbst mit zum Behandlungserfolg beitragen.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen schaffen Sicherheit, dazu gehören auch Röntgenaufnahmen (in der Regel zwei Mal jährlich), die über die Knochensituation Auskunft geben. Nützlich ist ein Implantatpass, in den fortlaufend Daten und Informationen der Untersuchungen eingetragen werden.

Direkt nach der Implantation

Von Ihrem Arzt / Zahnarzt erhalten sie detaillierte Anweisungen für die Mundhygiene. Eine fachgerecht praktizierte Zahn- und Implantatpflege unterstützt den Heilungsprozess.

Wichtig:

Belasten Sie das Implantat nicht. Kauen Sie nach Möglichkeit nicht auf ihm, nehmen Sie weiche Nahrung zu sich (z. B. weich gekochtes Gemüse, Pürees).

Vorsicht beim Zähneputzen

In den ersten Tagen nach der Implantation sollten Sie in der Implantatzone keine Bürsten anwenden – vorsichtiges Mundspülen ist besser. Mit Wattestäbchen, zuvor in Chlorhexidin-Lösung getaucht, lässt sich der Implantatbereich reinigen. Verwenden Sie beim ersten Putzen – das ist in der Regel nach etwa zwei Wochen möglich – eine Zahnbürste mit weichen Borsten.

Auch für die Zeit danach wird Ihnen Ihr Zahnarzt ein auf Ihre speziellen Bedürfnisse abgestimmtes Zahn-Pflegeprogramm zusammenstellen. Zu den Standards einer dauerhaft effektiven Mundhygiene gehören diese Maßnahmen:

Richtiges Zähneputzen

Grundsätzlich raten Experten zu mindestens zweimal täglichem Putzen, und zwar nach den Mahlzeiten – das gilt auch für das Frühstück. Zusätzliches Putzen nach dem Mittagessen ist nicht verkehrt.

Die beste Zahnbürste

Handmodelle: Lieber einen kleinen als einen großen Kopf wählen (der erreicht Problemzonen besser), lieber weichere statt harte und dünnere statt dicke Borsten verwenden.

Elektrische Zahnbürsten

Durch ihre rotierenden Bürsten vereinfachen sie die gründliche Reinigung. Auch die Druckgefahr ist geringer. Schallzahnbürsten führen bis zu zehn Mal mehr Bewegungen aus als herkömmliche elektrische Zahnbürsten. Sie besitzen meist weichere Borsten und sind somit auch für Menschen mit empfindlichen Zahnhälsen geeignet.

Putztechnik – nur kein Druck

Wichtiger als ausdauerndes Putzen ist gründliches Putzen: Dabei soll jede Seite jedes Zahns erreicht werden. Man sollte keinen starken Druck ausüben oder gar die Bürste gegen den Zahn pressen, sonst leidet der Zahnschmelz. Mit der elektrischen Bürste arbeitet man sich langsam von Zahn zu Zahn vor. Von Hand: Senkrecht und mit kleinen Kreisbewegungen bürsten, nicht waagerecht. Empfohlene Reihenfolge: erst die Kauflächen, dann die Zähne von außen, zum Schluss die Zähne von innen.

Die richtige Zahnpasta

Fluoridhaltige Zahnpasta hilft bei der Kariesverhütung. Die meisten Pasten enthalten Schleifpartikel. Um den Zahnschmelz zu schonen, sollte der auf der Packung genannte sogenannte RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion) nicht zu hoch sein (Mittelwert: 60 bis 80).

Zahnseide nutzen

Enge Zahnzwischenräume sind heikle Zonen. Zahnseide entfernt dort Speisereste und Zahnbeläge (Plaque). Gewachst oder nicht gewachst? Die persönliche Vorliebe entscheidet. Am besten abends anwenden. Vorsicht: Das Zahnfleisch dabei nicht verletzen!

Mini-Bürsten für die Zwischenräume

Sie sind in unterschiedlichen Formen und Stärken zu haben, wirken effektiver als Zahnseide, lassen sich aber nicht in jeden Spalt einführen. In solchen Fällen kann Superfloss-Zahnfaden eine Alternative sein.

Auf Hygiene achten

Schlecht gesäuberte Zahnbürsten (auch die Minibürsten für die Zwischenräume) sind ideale Nährböden für Mikroorganismen. Daher die Zahnbürste nach jedem Gebrauch gründlich unter fließendem Wasser ausspülen und trocknen lassen.

Wenn sich die Borsten verbiegen oder gar ausfransen, eine neue Bürste kaufen!

Zungenbelag entfernen

Ein Tummelplatz für Bakterien (und oft Verursacher von Mundgeruch) ist der hintere Zungenbereich. Dessen Zungebeläge lassen sich mit der Zahnbürste meist nicht ausreichend entfernen. Wirksamer sind spezielle Zungenreiniger in der Bürsten- oder Schaber-Variante.

Mundspülung und Kaugummi

Mundwasser schmeckt meist angenehm erfrischend nach Minze, kann aber gegen Plaque nichts bewirken. Fluoridhaltige Lösungen sind nur dann sinnvoll, wenn sie nicht unmittelbar nach dem Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta eingesetzt werden.

Zahnpflegekaugummis können zwar nicht das Zähneputzen ersetzen, sind aber eine sinnvolle Ergänzung zum Schutz der Zähne. Die Kaugummis sollten zuckerfrei sein und zusätzlich Xylitol und Fluorid enthalten. So wird das Bakterienwachstum an den Zähnen gehemmt und die Remineralisation der Zähne vorangetrieben.

Professionelle Zahnreinigung

Für Implantatpatienten, aber auch für Menschen mit erhöhtem Karies– und Parodontitis-Risiko ist die professionelle Zahnreinigung ein Muss, für alle anderen sehr empfehlenswert. Die Dentalhygienikerin entfernt dabei Plaque und vor allem Zahnstein, den die Zahnbürste nicht ausreichend entfernen kann.

Zwei Termine pro Jahr helfen mit, Zahnerkrankungen wirksam vorzubeugen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist nur über die Arztsuche möglich. Mehr Informationen finden Sie in unserem Haftungsausschluss für Gesundheitsthemen.

European Centers for Dental Implantology (ECDI)

Implantate nachweisen, Lebensqualität gewährleisten

Die European Centers for Dental Implantology (ECDI) dokumentieren jedes eingesetzte Implantat und werten die Daten wissenschaftlich aus. So können wir die Qualität von Behandlungen stetig verbessern und neue Erkenntnisse für eine sichere Implantatversorgung gewinnen.

Unsere Mitglieder sind erfahrene Implantologen, die nach strengen Kriterien ausgewählt werden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das geprüfte Erfahrung, transparente Ergebnisse und langfristige Lebensqualität.

Darüber hinaus arbeiten die ECDI-Zentren eng zusammen, entwickeln Behandlungsmethoden weiter und teilen ihr Wissen – damit Implantatbehandlungen auch in Zukunft zuverlässig und nachhaltig bleiben.

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Zahnimplantate: Themenübersicht

  • Wir erklären, was Zahnimplantate sind, welche Implantatarten es gibt, wie die Behandlung (Implantation) abläuft sowie Vorteile, Nachteile und Kosten.

  • Implantate bieten festen Halt, mehr Lebensqualität und bessere Ästhetik – aus Titan oder Keramik, je nach Bedarf, Wunsch und finanzieller Möglichkeit.

  • Gute Implantologie braucht Erfahrung, Ausstattung und Hygiene. Billigangebote lohnen selten – Qualität sichert langfristigen Behandlungserfolg.

  • Implantate ersetzen Zähne dauerhaft, verbessern die Lebensqualität und lohnen sich langfristig – bei richtiger Arztwahl, Pflege und regelmäßiger Kontrolle.

  • Implantate sind nicht für jeden geeignet. Bei Risiken wie Erkrankungen oder schlechter Mundhygiene ist klassischer Zahnersatz oft die bessere Wahl.

  • Brücken sind günstiger und schneller als Implantate, erfordern aber Zahnsubstanzverlust und können ästhetische Nachteile bringen.

  • Implantate brauchen Zeit zum Einheilen – wie ein Knochenbruch. Gute Hygiene, Rauchverzicht und Geduld fördern die Heilung und den Erfolg.

  • Die Implantation ist ein geplanter Routineeingriff. Kühlung, Hygiene und ggf. Medikamente helfen, Schwellung und Schmerzen gering zu halten.