Zahnimplantate aus Keramik

Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Müller-Hotop, M.Sc.
Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Müller-Hotop, M.Sc.
Veröffentlicht: 11.05.2025
Aktualisiert: 13.01.2026
Lesezeit: 13 Min.

Transkript
Ich bin Thomas Müller-Hotop, Arzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und seit über 30 Jahren leidenschaftlicher Implantologe.

Im Prinzip können Keramik-Implantate bei jedem Patienten gesetzt werden. Man wird sie vorzugsweise dann anwenden, wenn eine Titan-Empfindlichkeit festgestellt worden ist. In manchen Situationen möchte man sie auch aus ästhetischen Gründen verwenden. Denn man kennt das ja, dass das Titan – gerade bei dünner – etwas durchschimmern kann. Und da hat das weiße Keramik natürlich seine Vorteile. Auf der Kostenseite ist ganz klar, Keramik-Implantate sind heute noch ungefähr ein Drittel teurer als die vergleichbaren Titan-Implantate.

Es heißt, Keramik-Implantate seien metallfrei – das stimmt nicht. Man hat ganz klar nachgewiesen, dass auch in normalen, kommerziell verfügbaren Implantaten, Keramik-Implantaten, zum Beispiel Nickel- oder Kobaltspuren vorhanden sind.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Keramik-Implantate eine längere Einheilzeit benötigen. Das heißt, sie sollten länger unbelastet einheilen, bevor man sie dann eben einer prothetischen Versorgung zuführen kann.

Und ein wichtiger Aspekt ist, es gibt – zumindest bis heute – noch keine Langzeitstudien, über fünf oder zehn Jahre, über die Haltbarkeit und über das Ergebnis mit Keramik-Implantaten, so wie wir es für Titan-Implantate zehn-, hundertfach schon haben.

Ich denke mal, wenn ein Keramik-Implantat eingeheilt ist und nicht vorzeitig bricht, was leider auch manchmal vorkommt, dann sollte es eine ähnliche Langzeitprognose haben wie ein Titan-Implantat. Aber das können wir nur vermuten und noch nicht belegen.

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